Sektion Forschung

Vor dem Hintergrund der steigenden Beanspruchung deutscher Soldaten im Auslandseinsatz und dem damit einhergehenden Anstieg einsatzbedingter psychischer Störungen wurde Anfang 2009 im Deutschen Bundestag ein fraktionsübergreifender Antrag einstimmig beschlossen, dessen Ziel die Verbesserung der psychosozialen Situation der Einsatzsoldaten war (Deutscher Bundestag, Drucksache 16/11882). Dieser enthält u.a. Forderungen nach einer Zusammenfassung der Kapazitäten zur Behandlung von PTBS zu einem Kompetenzzentrum, das die Aufgabe haben soll, die bisher vorhandenen Versorgungsstrukturen der Bundeswehr zu systematisieren und evaluieren sowie Strategien zur Verbesserung zu erarbeiten.

Forschungskonzept psychische Gesundheit

Im „Forschungskonzept psychische Gesundheit“ des Inspekteurs des Sanitäts- und Gesundheitswesens der Bundeswehr von 2008 wurde dieses Kompetenz- und Forschungszentrum in einer Startaufstellung als Fachbereich „Psychische Gesundheit“ aufgestellt. Mit Weisung des damaligen Verteidigungsministers vom Mai 2010 wurde das Konzept weiterentwickelt und am Bundeswehrkrankenhaus Berlin wurde das „Zentrum für Psychiatrie und Psychotraumatologie / Psychotraumazentrum“ eingerichtet. Es besteht aus einer Forschungssektion und einer Behandlungssektion.

Forschungsauftrag

Die inhaltliche Ausgestaltung des Forschungsauftrags ermöglicht Projekte in den Bereichen der Ursachenforschung (Ätiologie), Krankheitsentwicklung (Pathogenese) und Therapie militärbezogener psychischer Erkrankungen. Darüber hinaus sollen Aussagen über die Ausbreitung psychischer Einsatzfolgeschäden (Epidemiologie) und Möglichkeiten vorbeugender Maßnahmen (Prävention) getroffen werden. Der wesentliche wissenschaftliche Fokus soll insgesamt - neben gezielten Forschungsaufträgen aus den Bereichen des Sanitätsdienstes, des psychologischen Dienstes und des Sozialdienstes der Bundeswehr - auf die Verbesserung der psychischen Situation von Soldaten nach Auslandseinsätzen ausgerichtet sein.