Prostata

Schon die Griechen kannten das Organ der Prostata, die Vorsteherdrüse. Eine Drüse die der Blase vorsteht (griechisch für Vorsteher: „prostates“). Wozu dient nun aber dieses Organ, von dem man immer mehr spricht und wo liegt es eigentlich? Hier nun eine kleine Einführung in die anatomischen und physiologischen Besonderheiten der Prostata:

Was ist eigentlich die Prostata?

Was ist eigentlich die Prostata?

Die Prostata ist eine Drüse, die für die Produktion des Prostatasekretes, dem Hauptbestandteil der Samenflüssigkeit verantwortlich ist. Das Prostatasekret ist milchig-trüb und dünnflüssig. In ihm enthalten sind Substanzen wie Zink, Citrat, Spermien, saure Phosphatase und andere Enzyme. Diese wirken entzündungshemmend und sind für die Beweglichkeit und den Schutz der Spermien und damit letztendlich für die Fruchtbarkeit von großer Bedeutung. Erst unter dem Einfluß von Testosteron, dem männlichen Geschlechtshormon, nimmt die Prostata ab der Pubertät ihre Funktion auf. Sie hat dann eine Größe von ca. 20 ml und beginnt sich ca. ab dem dreißigsten Lebensjahr an zu vergrößern.

Wo sitzt die Prostata?

Wo sitzt die Prostata?

Sie steht der Blase vor, liegt also direkt unterhalb der Blase, am sogenannten Blasenhals und umschließt die Harnröhre. Sie unterstützt den Blasenhals in der Funktion als unwillkürlicher „Schließmuskel“. Der eigentliche Schließmuskel, auch Sphinkter genannt, wird durch den unterhalb der Prostata gelegenen Beckenboden gebildet. Mit ihm kann man den Harnstrahl willkürlich unterbrechen. Nach hinten wird die Prostata durch das Rektum, nach vorne durch das Schambein begrenzt. Entlang dem hinteren-seitlichen Kapselanteil, rechts als auch links, verlaufen die sogenannten Nerven-Gefäßbündel, die unter anderem die Nerven für die Erektion beinhalten.

Wie ist die Prostata aufgebaut?

Wie ist die Prostata aufgebaut?

Die Prostata besteht aus dem eigentlichen Drüsengewebe (Adenomgewebe), bindegewebig-muskulärem Gewebe und einer Kapsel. Den drüsigen Anteil der Prostata unterteilt man in eine Innendrüse und Außendrüse, deren Ausführungsgänge zum Samenhügel (Colliculus seminalis) führen bzw. dort in die Harnröhre münden.

Wie wird die Prostata eingeteilt?

Wie wird die Prostata eingeteilt?

Die Prostata wird anatomisch nach Mc Neal in fünf verschiedene Zonen eingeteilt. Diese unterscheiden sich in ihrer Lage und ihrer Gewebekonstellation. So entsteht das Prostatakarzinom z.B. am ehesten in der Außenzone und die gutartige Vergrößerung im Bereich der Transitionalzone, einem Bereich der um den Samenhügel gelegen ist.

Was passiert beim Samenerguß (Ejakulation)?

Was passiert beim Samenerguß (Ejakulation)?

Während des Geschlechtsakts kommt es über sympatisch gesteuerte Nervenimpulse zu einer Stimulation der muskulären Anteile der Prostata und zu einer Vermischung von Spermien, Samenbläschen- als auch Prostatasekret, mit Ansammlung des so vervollständigten Spermas im Harnröhrenanteil der Prostata. Der unwillkürliche Schließmuskel, bestehend aus dem oberen Prostataanteil bzw. dem Blasenhals, verschließt sich. Somit wird verhindert, daß in der Ansammlungsphase und bei der nun folgenden Ejakulation (Samenerguss) das Sperma in die Blase zurückfließt. Durch das kräftige Zusammenziehen der Muskulatur des Beckenbodens und muskulärer Schwellkörperanteile, wird das Sperma beim Orgasmus in Richtung Harnröhrenausgang hinausgeschossen (ejakuliert).