Diagnostik

Früherkennung

Im Rahmen der Früherkennung stehen dem Arzt derzeit in erster Linie drei diagnostische Mittel zur Verfügung: die digitale rektale Untersuchung (Tastung der Prostata über den Enddarm), der PSA-wert (gewebsspezifischer Marker, der im Blut bestimmt wird), sowie die transrektale Ultraschalluntersuchung (bildgebende sonographische Untersuchung der Prostata über den Enddarm). Jede dieser Untersuchungen hat Ihren Stellenwert bei der Früherkennung des Prostatakarzinoms. Dennoch wird von Seiten der Krankenkassen nur die DRU (digitale rektale Untersuchung) im Rahmen der Vorsorge übernommen.

Andere diagnostische Verfahren, wie zum Beispiel duplexsonographische Ultraschalluntersuchungen, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) sind sowohl in Ihrer Aussagekraft im Rahmen der Früherkennung als auch der Ausbreitungsdiagnostik nur eingeschränkt verwertbar und bieten gegenüber DRU, TRUS und PSA-Wert keinen diagnostischen Vorteil. Wissenschaftliche Untersuchungen, insbesondere der Magnetresonanztomographie, in Hinblick auf besondere Fragestellungen und auch die Verbesserung von Ultraschalluntersuchungen werden derzeit durchgeführt.

Ausbreitungsdiagnostik

Ergibt sich aufgrund der Voruntersuchungen der Verdacht auf eine Metastasierung (Absiedlung des Tumors) oder besteht der Eindruck, ein therapiertes Prostatakarzinom schreitet fort, so stehen weitere diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung:

Skelettszintigraphie

Das Skelettszintigramm ist eine nuklearmedizinische Untersuchung. Hierbei wird durch intravenöse Gabe eines leicht radioaktiven Stoffes mit geringer Halbwertszeit eine Darstellung von Tumorabsiedlungen im Knochen (ossäre Metastasen) möglich. Aufgrund eines vermehrten Stoffwechselumsatzes der Metastasen, reichert sich die radioaktiv markierte Substanz in diesen, aber auch an anderen Orten erhöhten Stoffwechselumsatzes (Arthrose, Arthritis, Knochenentzündungen, usw.) an. Die Stahlungsanreicherung kann dann über eine Gamma-Kamera gemessen und in einem Bild sichtbar gemacht werden. Die Substanz wird zügig aus dem Körper wieder ausgeschieden, sodass keine Gefahr für Personen in der Umgebung besteht. Im weiteren Verlauf erfolgt eine radiologische Bestätigung, das heißt Durchführung eines gezielten Röntgenbildes möglicher auffälliger Herde um zwischen einer Metastasierung und degenerativen oder entzündlichen Prozessen zu unterscheiden.

PET-CT (Positronenemissionstomographisch unterstütze Computertomographie)

Beim PET-CT (positronenemissionstomographisch unterstütze Computertomographie) handelt es sich um eine Kombination aus einer biochemisch funktionell spezifischen und einer anatomisch morphologischen Bildgebung. Über die Gabe einer radioaktiv markierten Substanz (11C-Cholin, 18F-Cholin, 11C-Acetat), die sich im Prostatakarzinomgewebe spezifisch, aufgrund einer dort erhöhten Stoffwechselaktivität anreichert, kann man deren Aktivität messen und bildgebend verarbeiten. Kombiniert man dieses Bild mit einer Computertomographie, erhält man eine Aussage bezüglich der Lage des Prostatakarzinoms oder dessen möglicher Absiedlungen. Die Halbwertszeiten der verwendeten Substanzen sind sehr gering und die Strahlenbelastung sehr niedrig. Dieses Untersuchungsverfahren ist noch Bestandteil zahlreicher Untersuchungen und gilt als ein möglicher Wegweiser bei der Detektion von Prostatakarzinomrezidiven (Wiedererkrankungen) mit oder ohne Lymphknotenmetasten. Insbesondere beginnende Rezidive, die sich zunächst durch einen erneuten PSA-Anstieg (biochemisches Rezidiv) bemerkbar machen, könnten frühzeitiger bildgebend lokalisiert werden. In Abhängigkeit vom PSA-Wert (kleiner als 2 ng/ml) wird heutzutage eine mögliche Detektionsrate von 60-70% angenommen. Weitere Studien werden folgen.