Aufbau und Aufgaben

Aufbau und Aufgaben

Personal

Zur Forschungssektion gehören neben dem wissenschaftlichen Personal (Ärzte, Psychologen Sozialarbeiter, Sozialwissenschaftler) unter anderem Fachkrankenpfleger, Portepeeunteroffiziere, Schreibkräfte und eine medizinische Dokumentationsassistentin an. Die Mitarbeiter arbeiten in projektspezifischen Arbeitsgruppen zusammen. Je nach Projekt wird mit der Behandlungssektion des Zentrums oder externen Einrichtungen wie z.B. den Universitäten der Bundeswehr, dem Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr oder zivilen Universitäten zusammengearbeitet.

Aufgabenspektrum

Das Aufgabenspektrum des Forschungsbereiches erstreckt sich über eine Vielzahl von Themenbereichen, darauf ausgerichtet, dass sie möglichst unmittelbar den betroffenen Soldaten zu Gute kommen. Dabei beschränkt sich die Arbeit nicht nur auf Erkennung und Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörungen. Es wird auch an Konzepten gearbeitet, um das Auftreten einsatzbedingter psychischer Störungen zu verhindern.

Dazu ist es notwendig, zu erforschen, wie es dazu kommt, dass ein Soldat eine solche Erkrankung entwickelt (Ätiologie) und auf welchem Weg sie sich entwickelt und zu den Symptomen führt (Pathogenese). Darüber hinaus wird untersucht, wie häufig psychische Erkrankungen nach Auslandseinsätzen sind und ob es bestimmte Gruppen gibt, die besonders häufig oder besonders schwer betroffen sind (Epidemiologie). In diesem Zusammenhang ist es z.B. wichtig, welche Risikofaktoren das Entstehen einer PTBS begünstigen und welche Faktoren sich eher schützend (protektiv) auswirken.

Im Rahmen der Krankheitsvorbeugung (Prävention) können diese Erkenntnisse umgesetzt werden. Hier ist es möglich, durch spezielle Schulungsprogramme einerseits Risikofaktoren zu reduzieren und andererseits Schutzfaktoren aufzubauen. Die Forschungsergebnisse können aber auch dazu genutzt werden, Soldaten mit einem besonders hohen Risiko bereits vor dem Einsatz zu erkennen, um sie vor den schwerwiegenden Folgen einer Erkrankung zu schützen.

Daneben ist aufgrund neuerer epidemiologischer Prävalenz- und Inzidenzstudien die Früherkennung von psychischen Erkrankungen ein weiterer Schwerpunkt unserer Forschungsbemühungen. Ziel ist es, den Truppen- und Hausärzten eine Früherkennung psychischer Störungen zu ermöglichen, damit früh eine spezifische Behandlung eingeleitet werden kann.

Durch die Publikationen, Fachsymposien, Seminare für Betroffene und Angehörigen sowie diverse Druckschriften soll die Behandlungsakzeptanz gefördert werden. Ziel ist unter anderem die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen, um eine höhere Behandlungsquote zu erreichen. Im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie gibt es eine Vielzahl verschiedener Verfahren, die zur Anwendung kommen. Ein Ziel der Arbeit des Zentrums ist es, herauszufinden, welche Verfahren die besten Ergebnisse erzielen und wie sich neue, gut wirksame Methoden in der Bundeswehr umsetzen lassen. Exemplarisch für die Arbeit der Forschungssektion können ein derzeit laufendes breit angelegtes Aufklärungsvorhaben zur Verhütung von Depression und Suizidalität, aber auch ein Projekt zur Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Wertorientierungen, Moralischen Verletzungen und PTBS genannt werden.

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Kooperationen mit dem Psychologischen Dienst der Bundeswehr sowie deren psychologischen Forschungseinrichtung, mit dem Sozialdienst der Bundeswehr, der Militärseelsorge, mit dem Zentrum für Innere Führung und dem Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften dienen der synergistischen Bündelung der einzelnen Forschungsaktivitäten.