Sektion VI B Forschung (PTZ)

Grundlagen der Prävention und Versorgung wehrspezifischer / einsatzbedingter psychischer Beanspruchungen und Gesundheitsstörungen

Prävention und Behandlung von psychischen Einsatzfolgeschäden zählen in der Klinik VI Psychiatrie und Psychotherapie seit Mai 2010 zu den Hauptaufgaben. Bezüglich des Themengebiets Psychotraumatologie bei deutschen Soldaten besteht ein erheblicher wissenschaftlicher Forschungsbedarf. Seitdem hat sich eine psychosoziale Forschungsaktivität etabliert, die ständig erweitert wird. Somit werden jetzt psychosoziale Forschung und psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung von Bundeswehrsoldaten erstmals im Rahmen eines „Zentrums für Psychiatrie und Psychotraumatologie/Psychotraumazentrum“ am Bundeswehrkrankenhaus Berlin vereinigt.

Im Mai 2010 wurden die Bereiche der psychosozialen Versorgung und wissenschaftlichen Aufarbeitung im militärischen Kontext im Psychotraumazentrum am Bundeswehrkrankenhaus Berlin gebündelt. Somit vollzog sich ein wichtiger Meilenstein in einer Entwicklung, die in den neunziger Jahren mit entscheidender Pionierarbeit in den Bereichen Prävention und Therapie posttraumatischer Erkrankungen in der Bundeswehr begann.

Anlass war das zunehmende Auftreten psychischer Einsatzfolgeschäden in den medizinischen Versorgungssystemen. Insbesondere mit dem deutschen Engagement in Afghanistan im Rahmen der ISAF-Mission kam es zu einer deutlichen Zunahme einsatzbedingten Behandlungsbedarfs. Die deutsche Wehrpsychiatrie, die sich lange Zeit als Begutachtungspsychiatrie verstand, musste weiterentwickelt werden. Prävention und Behandlung von psychischen Einsatzfolgeschäden zählen nun zu den Hauptaufgaben.

Bezüglich des Themengebiets Psychotraumatologie bei deutschen Soldaten besteht ein erheblicher wissenschaftlicher Forschungsbedarf. Folgerichtig hatte der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr bereits Mitte 2009 diese Entwicklung berücksichtigt und eine wissenschaftliche Komponente implementiert. Seitdem hat sich eine psychosoziale Forschungsaktivität etabliert, die ständig erweitert wird.

Mit der Entwicklung werden psychosoziale Forschung und psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung von Bundeswehrsoldaten nun erstmals im Rahmen eines „Zentrums für Psychiatrie und Psychotraumatologie/ Psychotraumazentrum“ am Bundeswehrkrankenhaus Berlin vereinigt.

Beratungsangebote

Zum erweiterten Aufgabenspektrum gehört die direkte Unterstützung der Truppe durch Vorträge und Informationsmaterialien. Aus diesem Grunde hat das Forschungszentrum eine praxisorientierte Orientierungshilfe „Psychosoziale Belastungen - Eine Orientierungshilfe für Mitglieder des Psychosozialen Netzwerks der Bundeswehr” herausgegeben, in dem Interventionen für den Erstkontakt und initiale Stabilisierungsschritte nach belastenden und traumawertigen Ereignissen vorgestellt und diskutiert werden.

Diese ist 2015 in der 2. Auflage erschienen. Sie ist dabei umfangreich erweitert und überarbeitet worden. Die Orientierungshilfe kann unter folgender Adresse von Mitgliedern des Psychosozialen Netzwerks der Bundeswehr angefordert werden:

Bundeswehrkrankenhaus Berlin

Psychotraumazentrum Sektion Forschung

Scharnhorststraße 13 10115 Berlin

Email: BwKrhsBerlinPsychotraumazentrum(at)bundeswehr.org

Auch die Telefonhotline für einsatzbelastete Soldaten, Veteranen und Angehörige sowie die Internet- Beratungsangebote werden mit Fachexpertise unterstützt. Zudem wird die Statistik der in den Bundeswehrkrankenhäusern und Ambulanzen (FU-Stellen) behandelten einsatzbedingten psychischen Störungen hier geführt.