Stationen und Tagesklinik

Die Klinik der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychotraumatologie ist seit Anfang der 90’er Jahre für Bundeswehrsoldaten, aber auch für zivile Patienten aus Berlin in der psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung fest etabliert. Darüber hinaus ist sie Bestandteil im integrativen Netzwerk der Patientenbetreuung des Bundeswehrkrankenhauses Berlin.

Neben Soldaten, Feuerwehr- und Polizeibeamten werden auch zivile Patienten schwerpunktmäßig aus dem Bereich Berlin-Mitte versorgt. Diese werden zur stationären Krisenbewältigung, bei seelischen Erkrankungen oder auch zur Entgiftung bei Abhängigkeitserkrankungen aufgenommen.

Behandlungsmöglichkeiten bestehen für alle gängigen psychiatrischen Krankheitsbilder mit Ausnahme der Erkrankungen, die nur auf einer geschlossenen Station führbar sind.

Stationen und Tagesklinik

Die stationäre Versorgung erfolgt auf den allgemeinpsychiatrischen Stationen M0 im Gebäude 28/M. Kurze Wege zwischen der auf der gleichen Ebene eingerichteten Fachuntersuchungsstelle FU 6 und den Stationen führen zu einer Verzahnung, die eine bessere langfristige Versorgungsqualität durch Kontinuität der Behandlungsplanung ermöglicht. Ein Austausch zwischen dem ambulanten und dem stationären Behandlungsteam findet alltäglich statt.

Die psychotherapeutische Wichtung ist schulübergreifend. Verhaltenstherapeutische Behandlungsmodule werden ebenso berücksichtigt wie psychodynamisch orientierte Behandlungskonzepte. Seit vielen Jahren hat sich aus Sicht des Zentrums eine undogmatische, patientenorientierte Haltung bewährt.

Die Einbindung in das Allgemeinkrankenhaus bietet die Möglichkeit, somatische Diagnostik innerhalb kurzer Wartezeiten zu realisieren. So sind im Wesentlichen alle bildgebenden Verfahren, wie Sonographie, Doppleruntersuchungen, CCT, MRT und SPECT/PET direkt im Krankenhaus verfügbar. Nahezu alle Fachrichtungen stehen im Konsildienst zur Verfügung. Somatische Diagnostik wird damit als hilfreiche Ergänzung zur psychiatrisch-psychologischen Diagnostik eingesetzt. Bei Komplikationen sind Verlegungen in andere Fachbereiche schnell umsetzbar, eine interdisziplinäre Intensivstation und eine Intermediate Care Station stehen zur intensivmedizinischen Versorgung bereit.

Schwerpunkt der Klinik ist die psychotherapeutische Behandlung; diese kann im Bedarfsfall durch ein medikamentöses Therapieregime ergänzt werden. Eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Komplikationen, sowie eine umfassende Aufklärung der Patientinnen und Patienten sind selbstverständlich Standard in der Behandlung.

Ablauf der Behandlung

Patientinnen und Patienten durchlaufen einen strukturierten Aufnahmeprozess, beginnend mit einem ärztlichen Aufnahmegespräch und einer Aufnahmeuntersuchung; ein detailliertes pflegerisches Aufnahmegespräch folgt. In einem Teamgespräch werden täglich die neu aufgenommen Patientinnen und Patienten vorgestellt; die notwendige Diagnostik und Behandlungsplanung wird unter Einbezug des gesamten Behandlungsteams festgelegt. Abschließend findet am ersten Tag des Aufenthalts ein oberärztliches Gespräch statt.

Nach der Aufnahme unserer Patienten werden individuelle Behandlungspläne für die Patientinnen und Patienten zusammengestellt und im weiteren Verlauf den Bedürfnissen angepasst. Das Pflegeteam arbeitet dabei „Hand-in-Hand“ mit dem ärztlichen Personal zusammen, die Therapieprozesse werden fortlaufend diskutiert und ggf. ergänzt. Ein überwältigender Teil des Pflegeteams hat berufsbegleitend die Fachweiterbildung für Psychiatrie und Psychotherapie absolviert. Dadurch ist ein enger Einbezug des Pflegepersonals auch in die Psychotherapie der Patientinnen und Patienten Standard.

Sorgfältige Dokumentation gehört zum Arbeitsalltag und dient der Patientensicherheit. Verfahrensanweisungen regeln die Prozessabläufe einheitlich. Das Team hat im Zuge der inzwischen vielfältigen Zertifizierungsmaßnahmen des Bundeswehrkrankenhauses Berlin Qualitätsmanagement-Regularien verinnerlicht.

Patientensicherheit wird in der Klinik VI Psychiatrie und Psychotherapie „groß geschrieben“, ganz im Sinne unseres Leitbildes „Ihre Gesundheit ist unser Ziel“.

Die Verzahnung zwischen Behandlung und Forschung, die im Psychotraumazentrum verwirklicht ist, dient der verbesserten Versorgung unserer Soldatinnen und Soldaten und ist eine in der Bundeswehr einmalige Einrichtung. Eine stetig hohe Versorgungsqualität und Patientenzufriedenheit stehen im Mittelpunkt.

Tagesklinik

Die Klinik verfügt über die Möglichkeit einer tagesklinischen Behandlung.

Diese ist insbesondere für Patientinnen und Patienten geeignet, die schon ein höheres Maß an Alltagskompetenz besitzen. Im tagesklinischen Setting können zum Beispiel verstärkt Tagesabläufe trainiert und Expositionen durchgeführt sowie die Eigenverantwortlichkeit gestärkt werden.

Das (Gruppen-)Therapieprogramm wird gemeinsam mit der psychiatrischen Station angeboten, nach 16Uhr gestalten die Patientinnen und Patienten ihren Alltag im Wesentlichen selbstständig.

Das teilstationäre Behandlungsangebot ist gegenwärtig ausschließlich für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr vorgesehen. Die Unterbringung erfolgt in regulären Patientenzimmern, welche sich außerhalb der psychiatrischen Station befinden. Hierfür stehen 2- Bettzimmer mit eigener Nasszelle zur Verfügung.

Die tagesklinische Aufnahme erfolgt in der Regel direkt im Rahmen einer geplanten teilstationären Psychotherapie oder als Weiterbehandlung nach einer vollstationären Behandlung. Für Patientinnen und Patienten die sich zuvor in vollstationärer Behandlung befanden, wird generell eine ärztliche, psychologische und pflegerische Behandlerkontinuität angestrebt.

Die Anmeldung für tagesklinische Patientinnen und Patienten erfolgt generell über unsere psychiatrische Fachambulanz 030-2841-1621.