Unsere Leistungen

Stationäre Traumatherapie

Aufgrund langjähriger Erfahrungen mit Soldaten, Feuerwehr- und Polizeibeamten hat das Klinik VI Psychiatrie und Psychotherapie des Bundeswehrkrankenhauses Berlin einen Schwerpunkt in der Behandlung seelisch traumatisierter Patienten. Dabei handelt es sich um Menschen, die Erlebnissen ausgesetzt waren, die weit außerhalb der im allgemeinen zu verarbeitenden menschlichen Erfahrungshorizonte liegen, wie z.B. lebensbedrohliche Unfälle, Gewalteinwirkungen usw.

Dadurch können Symptome, wie Schlafstörungen mit Alpträumen, Ängste, hartnäckige negative Erinnerungen, ein sozialer Rückzug, Reizbarkeit, aber auch verschiedene körperliche Symptome entstehen. Diese können im Laufe der Zeit derart schwerwiegend werden, dass eine stationäre Krankenhausbehandlung notwendig wird. Häufig wenden sich die Betroffenen hilfesuchend an Notaufnahmen in Krankenhäusern, wie beispielsweise auch im Bundeswehrkrankenhaus Berlin.

Unsere Klinik VI Psychiatrie und Psychotherapie verfolgt zunächst das Ziel, diese Menschen bei der seelischen Erholung und der Wiederentdeckung ihrer inneren Kraftquellen und Ressourcen zu unterstützen und therapeutisch anzuregen. Hilfe zur Selbsthilfe stellt dabei eine wichtige Leitlinie unseres Handelns dar. Unterstützend wirken dabei Begleittherapien, wie eine traumabezogene Ergotherapie, Bewegungstherapie, Entspannungstrainings und gegebenenfalls auch ressourcenorientierte, verhaltenstherapeutische Gruppentherapie.

Besonders Menschen mit belastenden Erfahrungen während Auslandseinsätzen können in einer mehrmals jährlich angebotenen Gruppentherapie lernen, mit ihren belastenden Erinnerungen besser umzugehen. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit moralischen Verletzungen (moral injury). Diese verhaltenstherapeutische dreiwöchige Gruppe steht besonders aktiven und ehemaligen Soldaten der Bundeswehr offen.

In einem zweiten Schritt kann es sinnvoll sein, unter den stützenden Bedingungen einer Behandlungsstation mit therapeutischer Begleitung die traumatischen Ereignisse noch einmal in Gedanken wachzurufen und dann so zu bearbeiten, dass sie am Ende als Lebenserfahrungen in einen inneren Zusammenhang eingeordnet und damit verarbeitet werden können. Dabei werden gut etablierte Techniken wie EMDR (ein traumatherapeutisches Verfahren, bei dem unter Einsatz wechselseitiger Augenbewegungen das innere „Abarbeiten“ unverarbeiteter Erlebnisse erleichtert oder ermöglicht wird) angewandt.

Stationäre Kurzgruppenpsychotherapie

Es handelt sich bei diesem im Bundeswehrkrankenhaus Berlin fest etablierten Therapieangebot um ein sehr intensives fünfwöchiges Gruppenprogramm für aktive Soldaten bzw. Patienten mit Kostenübernahmeerklärung des Kostenträgers. In Gruppen von zehn bis zwölf Patienten werden sowohl das zwischenmenschliche Beziehungsverhalten als auch individuelle Konflikte im Rahmen der therapeutischen Gruppengemeinschaft durchgearbeitet. Den Teilnehmern wird dadurch die Möglichkeit einer umfassenden inneren Umgestaltung geboten.

Das Programm hat die folgenden Bestandteile:

  • täglich psychotherapeutisch geleitete und tiefenpsychologisch fundierte Gruppensitzungen 
  • täglich spezialisierte Bewegungstherapie mit einer geschulten Bewegungstherapeutin 
  • Kommunikationstraining mit Video-Feedback 
  • Ergotherapie 
  • Tanztherapie 
  • Bewegungs- und Entspannungstherapie

Diese Therapieform eignet sich besonders für gut strukturierte Patienten mit psychosomatischen Beschwerden, Angst-, depressiven und Zwangsstörungen, sowie Persönlichkeitsstörungen mit Problemen im Beziehungsbereich.

Stationäre Therapie von Krisen- und Konfliktsituationen

Im Verlauf des Lebens kommt es bei vielen Menschen zu mehr oder weniger schwerwiegenden seelischen Krisen. Auslöser sind z.B. Konflikte in der Familie oder an der Arbeitsstelle, Verlusterlebnisse, aber auch Erinnerungen an frühere Belastungen, z.B. in der Kindheit oder Jugend. Häufig sind dann klärende Gespräche oder Umstellungen in der Lebensführung bei der Bewältigung hilfreich.

In einigen Fällen entscheiden sich die Betroffenen, für notwendige Veränderungen professionelle Helfer in Anspruch zu nehmen. Eine Unterstützung zur Krisen- und Konfliktbewältigung ist auch im BwKrhs Berlin möglich:

  • in ärztlichen und psychologischen Einzelgesprächen werden Hintergründe aufgearbeitet und Lösungsstrategien entwickelt 
  • im Gruppentraining sozialer Kompetenzen wird in kleinen Gruppen (fünf bis zehn Personen) der Umgang mit Konflikten und Gefühlen mit Hilfe von Videodemonstrationen geübt 
  • in der Ergotherapie werden seelische Inhalte auf künstlerisch-kreativer Ebene dargestellt und besprochen 
  • unterstützend wirken Entspannungstraining und Bewegungstherapie, Yoga, Akupunktur, Aromatherapie, etc. 
  • in der verhaltenstherapeutischen, halboffenen Depressionsgruppe werden im Gruppenrahmen Lösungen für Konflikte erarbeitet

Ein Behandlungszeitraum von zwei bis drei Wochen sollte eingeplant werden.

Stationäre Depressionsgruppe

1. Entgiftung

Über die Dauer von ca. einer Woche kann auf unserer Station eine Entgiftung durchgeführt werden. Der Patient wird nach dem Absetzen von Alkohol intensiv überwacht und bei Entzugssymptomatik medikamentös unterstützt. Gleichzeitig wird ein gründlicher Gesundheits-Check durchgeführt (ärztliche Untersuchung, Labor, Ultraschall, Röntgen der Lungen, gegebenenfalls weitere Untersuchungen, wie z.B. Computertomographie des Kopfes).

2. Qualifizierter Entzug

Nach der Entgiftung kann der Erkrankte an einem dreiwöchigen „Qualifizierten Entzug“ teilnehmen. Dieses verhaltenstherapeutische Programm wird in kleinen Gruppen von fünf bis zehn Personen durchgeführt und ist für aktive Soldaten bzw. Patienten mit Kostenübernahmeerklärung des Kostenträgers offen. Es beinhaltet verschiedene therapeutische Bausteine:

  • tägliche Gruppensitzungen, die Informationen zur Suchterkrankung vermitteln und Alternativen zum Alkohol erarbeiten 
  • therapeutische Einzelgespräche 
  • Kommunikationstraining 
  • Ergotherapie 
  • Entspannungstraining/Bewegungstherapie 
  • Kontaktgespräche mit Selbsthilfegruppen 
  • Wochenendseminare für Betroffene und Angehörige

Im Verlauf der Behandlung wird gemeinsam mit dem Patienten über weitere ambulante oder stationäre Behandlungsmöglichkeiten entschieden und diese bei Bedarf auch bereits eingeleitet.

Aktiven Soldaten wird zusätzlich die Teilnahme an einer wöchentlichen, ambulanten verhaltenstherapeutischen Suchttherapiegruppe angeboten. Dort können therapeutische Fortschritte aus dem stationären Aufenthalt weiter vertieft werden. Angesprochen werden dabei besonders Soldaten mit Suchterkrankungen aus dem Großraum Berlin.

Ambulante Gruppen

Ergänzend zu den stationären suchtspezifischen Angeboten werden aktiven Soldaten mehrere ambulante Gruppen angeboten. Dazu gehört eine ambulante, offene verhaltenstherapeutische Suchttherapiegruppe einmal wöchentlich. Außerdem besteht die Möglichkeit, an zwei tiefenpsychologisch fundierten ambulanten Gruppenbehandlungen teilzunehmen.

Informationen über die Fachuntersuchungsstelle FU 6: 030-2841 1621

Berufsbezogenes Rehabilitationstraining

Eine medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation kann gerade bei chronischen psychischen Krankheitsverläufen ein integraler Bestandteil auf dem Weg zur Wiederherstellung der Dienst- und Verwendungsfähigkeit sein und ist damit essentiell, um psychische Stabilität und langfristige Genesung zu erreichen. Aufgrund der Spezifität des Soldatenberufs und der militärischen Besonderheiten des Dienstbetriebes (bspw. Tragen einer Uniform, Waffengebrauch, Befehl und Gehorsam) können nicht alle Fähigkeiten und Anforderungen an diesen Beruf in entsprechenden zivilen Kliniken abgebildet werden. Daher bieten wir unseren Patienten ein 4-wöchiges Trainingsprogramm an, um die Wiedereingliederung in den dienstlichen Alltag vorzubereiten bzw. die Dienstfähigkeit zu steigern. Um diese Wiederherstellung zu unterstützen, ist es wesentlich, die Patienten im Sinne eines Empowerments trotz der bestehenden Einschränkungen, darin zu stärken, Lösungswege ihres persönlichen Wohlbefinden zu ergründen und zu lernen, diese auch zielorientiert zu erreichen.

Insbesondere ist hierbei das berufliche Wohlbefinden und die Auseinandersetzung mit der Bewältigung beruflicher Anforderungen entscheidend.

Um unsere Patienten dabei bestmöglich zu unterstützen, arbeiten wir als therapeutisches Team mit Psychotherapeuten, Fachpflegern, Ergo- und Bewegungstherapeuten sowie Sozialarbeitern sowohl in klinischer aber auch im militärischer Umgebung gemeinsam an dieser Zielsetzung.

Für weitere Informationen oder etwaige Anmeldungen können sie uns gerne kontaktieren:

BwKrhsBerlinStationM0(at)bundeswehr.org