Forschung und Lehre

Engagement und akademisches Selbstverständnis

Unsere Ärzte widmen sich neben ihren klinischen Aufgaben in verschiedenen Projekten der Forschung sowie der akademischen Lehre.

Akademische Lehre

Das BwKrhs Berlin ist ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin. In dieser Funktion können Medizinstudierende Praktika, Famulaturen und Tertiale des Praktischen Jahres (Chirurgie, Wahltertial Orthopädie) in unserer Klinik absolvieren.

Darüber hinaus bringt sich die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie mit universitären Studieninhalten in den Modellstudiengang Humanmedizin der Charité ein:

  •  Organisation und Angebot des Wahlpflichtmoduls „Einsatz- und Katastrophenmedizin“ an der Charité (Modul 24, 6. Semester) gemeinsam mit Ärzten aus anderen Kliniken des BwKrhs Berlin, der Charité und weiterer medizinischer Partner in Berlin
  • Beteiligung an der modulunterstützenden Vorlesungsreihe „Global Health“ (Modul 22, 6. Semester) mit der Vorlesung „Einsatz- und Katastrophenmedizin – Hilfe von global bis lokal“ in Kooperation mit dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité
  • Beteiligung an Organisation und Angebot des Wahlpflichtmoduls „Digital Health“ an der Charité (Modul 24, 6. Semester)
  • Angebot einer interdisziplinären extracurricularen Vorlesungsreihe „Einsatz- und Katastrophenmedizin“ an der Charité
Abb. 1: Deckblatt des Modulhandbuchs der Wahlpflichtmoduls „Einsatz- und Katastrophenmedizin“ aus dem Wintersemester 2019/2020  an der Charité
Abb. 1: Deckblatt des Modulhandbuchs der Wahlpflichtmoduls „Einsatz- und Katastrophenmedizin“ aus dem Wintersemester 2019/2020 an der Charité

Wissenschaft und Forschung

Die Klinik ist mit verschiedenen Projekten, klinischen und experimentellen Studien aktiv an der Fortentwicklung der Medizin beteiligt. Die derzeit mehr als 20 laufenden Forschungsvorhaben verteilen sich vorrangig auf drei zentrale Forschungsfelder:

1. Septische Chirurgie

Im Vordergrund unserer Forschung steht die Erschließung neuer klinischer Behandlungsmethoden, um septische Defektwunden mit bestmöglichen funktionellen und plastischen Ergebnissen für betroffene Patienten zu therapieren. Deshalb hat sich der Sanitätsdienst der Bundeswehr entschlossen, am BwKrhs Berlin ein Forschungs- und Behandlungszentrum „Rekonstruktion von septischen Defektwunden“ zu etablieren.

Auf diesem Gebiet werden verschiedene Forschungsprojekte durchgeführt, wie z.B. die Untersuchung der Bedeutung von Biofilmen in Wunden, die bakterielle Kontaminationsuntersuchung bei der Vakuumversiegelungstherapie oder auch die Phagentherapie als Behandlungsoption von Infektionen mit multiresistenten Erregern.

Als Beispiel für die wissenschaftliche Vernetzung unserer Klinik sei das Öffnet externen Link in neuem FensterPhagoFlow Projekt benannt. Zielsetzung ist die Praktikabilitätstestung der magistralen Herstellung von Bakteriophagen zur Therapie septischer Infektionen an der unteren Extremität. Als Projekt zur Versorgungsforschung wird es vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert. Beteiligte Institutionen sind neben dem BwKrhs Berlin auch das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) und das Leibniz-Institut – Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ) GmbH. Die Konsortialführung liegt bei der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des BwKrhs Berlin.

2. Forschung zur Digitalisierung der Medizin

Die digitale Transformation der Medizin ist ein aktuell stattfindender, fundamentaler Wandlungsprozess des Gesundheitssystems. Deshalb gehört die Erforschung neuer digitaler Optionen der Diagnostik und Therapie zu einem Kernbereich unserer klinischen Forschungsvorhaben. Mit unseren Pilotprojekten verstehen wir uns als innovative Keimzelle für den Sanitätsdienst der Bundeswehr. Eines der ersten großen Sonderforschungsvorhaben in Kooperation mit dem Cyber Innovation Hub der Bundeswehr ist die Etablierung und Evaluation einer Öffnet externen Link in neuem FensterOnline-Videosprechstunde für militärische Patienten der Orthopädie und Unfallchirurgie. Aber auch zukunftsorientierte experimentelle Projekte, wie die Nutzung von Augmented Reality für eine Unterstützung von Chirurgen in Einsatzgebieten gehören zum Spektrum unseres Interesses, hier in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Einige Mitarbeiter der Klinik sind darüber hinaus in der Leitung und Gremienarbeit der AG Digitalisierung der Öffnet externen Link in neuem FensterDeutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) aktiv.

Abb. 3: Im Rahmen der Digitalisierungsprojekte wird auch der Nutzen von Augmented Reality (hier: HoloLens, Fa. Microsoft) für die Einsatzchirurgie untersucht.
Abb. 3: Im Rahmen der Digitalisierungsprojekte wird auch der Nutzen von Augmented Reality (hier: HoloLens, Fa. Microsoft) für die Einsatzchirurgie untersucht.

3. Lehrforschung

Unsere Forschung auf dem Gebiet der Ausbildung und Lehre fokussiert sich zum einen auf den Bereich der Einsatz- und Katastrophenmedizin, die von hoher Wichtigkeit für die Ausbildung künftiger Ärzte ist, bislang aber in den Curricula der medizinischen Fakultäten in Deutschland unzureichend berücksichtigt wird. Neben Studien zur Praktikabilität der Etablierung von Lehrangeboten wird u.a. der Nutzen von Serious Gaming für Studierende im Kontext der Einsatzmedizin untersucht. Weitere Vorhaben der Lehrforschung decken sich mit unserem Engagement im Bereich der Digitalisierung. Eine enge Verbindung besteht hier zum Öffnet externen Link in neuem FensterDieter Scheffner Fachzentrum für medizinische Hochschullehre und evidenzbasierte Ausbildungsforschung der Charité.

Abb. 4: Mit einem Serious Game zur Bewältigung eines Massenanfalls von Verletzten in einem Einsatzlazarett soll der Einfluss auf die Team-Bildung unter Studierenden untersucht werden.
Abb. 4: Mit einem Serious Game zur Bewältigung eines Massenanfalls von Verletzten in einem Einsatzlazarett soll der Einfluss auf die Team-Bildung unter Studierenden untersucht werden.

Im Rahmen der akademischen Aktivitäten konnten bereitsinternationale Kongresse initiiert und ausgetragen werden. Des Weiteren werden für renommierte Fachzeitschriften, wie beispielsweise Lancet und das British Journal of Surgery, wissenschaftliche Beiträge beurteilt, eigene Themenausgaben bei verschiedenen Fachzeitschriften gestaltet sowie an der Erarbeitung internationaler Behandlungs-Leitlinien federführend mitgearbeitet.

Für Studierende und Ärzte der Klinik wird auch die Möglichkeit zur Promotion angeboten und Bestrebungen zur Habilitation nachhaltig unterstützt. Wissenschaftliche Publikationen und Kongressbeiträge sind ein fester Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeit unserer Klinik.