Gefäßchirurgie

Der Mensch ist so alt (so jung), wie seine Gefäße. Gefäßerkrankungen werden häufig in ihrer Bedeutung unterschätzt, denn der Funktionsausfall eines Gefäßes bedeutet bereits eine Erkrankung das gesamten Gefäßsystems.

Der Vergleich mit einem Wasserleitungssystem eines Hauses verdeutlich dies: Ein verkalkungsbedingter Verschluss einer Leitung oder einer Rohrbruch sind zwar Einzel-erscheinungen, jedoch zeigen Sie an, dass das gesamte Rohrsystem durch aggressive Substanzen angegriffen und dünn sein kann. Die Warnsymptomatik eines Gefäßverschlusses wird von Erkrankten in den meisten Fällen nicht entsprechend wahrgenommen oder nicht so ernst genommen wie es sein sollte. Dabei sollte man sich darüber klar werden, welche essentielle Bedeutung das Gefäßsystem für die Funktion aller Organe, ja sogar für die Funktion jeder einzelnen Körperzelle hat. Die Versorgung jeder Zelle mit Sauerstoff und Nährstoffen erfolgt über das Gefäßsystem und ebenso bedeutsam ist der Abtransport von Abfallstoffen und Verbrennungsstoffen der Zelle durch dieses menschliche „Rohrleitungssystem“. Jede Zelle – auch die Gehirnzellen – können nur so gut funktionieren, wie sie mit Sauerstoff und „Brennstoffen“ (z. B. Zucker = Glucose) versorgt werden.

Sünden am Gefäßsystem rächen sich meist erst spät – aber dann umso schlimmer. Wissenschaftlich ist nachgewiesen, dass der Schlaganfall infolge einer Gehirndurchblutungsstörung eine der häufigsten Todesursachen ist. Ebenso ist dokumentiert, dass Patienten, die Durchblutungsstörungen im Bein haben, meist auch keine ungestörte Blutversorgung von Gehirn und Herz aufweisen. Führt man sich all dies vor Augen, wird deutlich, welche ernste Bedeutung das oben genannte Sprichwort hat.

Unsere Gefäßchirurgie bietet das gesamte Spektrum von Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten bei Erkrankungen der Schlagadern und Venen an. Je nach Krankheitsbild nehmen wir Aufdehnungen von verengten Schlagadern vor, legen innere Gefäßprothesen ein oder stellen durch gefäßchirurgische Eingriffe die Durchblutung in den Gefäßen wieder her. Dazu gehören insbesondere Gefäßerkrankungen bei sogenannten „Raucherbeinen“ und Diabetikern sowie Hirndurchblutungsstörungen, die durch Verengungen der Halsschlagadern hervorgerufen sind. Ein weitere Schwerpunkt ist die Behandlung komplizierter, chronischer Wunden mit modernen Verfahren, wie Vakuumversiegelung, bio-chirurgischer Wundreinigung mit Maden oder Hauttransplantationen, in Kombination mit einer Verbesserung der Durchblutung. Seit Jahren führen wir diese Verfahren routinemäßig mit dauerhaften Erfolg durch.

In der Diagnostik und Therapie von Gefäßerkrankungen verfügen wir durch die enge Zusammenarbeit mit den Abteilungen für Radiologie sowie Anästhesiologie und Intensivmedizin und eine modernste Operationsausstattung über die besten Voraussetzungen für eine optimale Patientenversorgung.

Die Therapie erfolgt nach nationalen Leitlinien und internationalen Empfehlungen. Nach ausführlicher fachübergreifender Therapieplanung bieten wir von gefäßchirurgischer Seite zahlreiche offene chirurgische und kathetergestützte Behandlungsmethoden an

Leistungsspektrum

  • Wiederherstellung der Durchgängigkeit der arteriellen Blutgefäße
  • Dauerhafte Gefäßzugänge für Patienten mit Nierenleiden (arteriovenöse Fistel oder Shunt)
  • Implantation von venösen Portsystemen bei Tumorpatienten Eingriffe bei Krampfadern und Geschwüren an den Unterschenkeln

Schwerpunkte

  • Operationen bei Verengungen der Halsschlagader
  • Operationen bei Aussackungen der Bauchschlagader (Aortenaneurysma )
  • Operationen bei Verengungen und Verschlüssen der Bauch-, Becken- und Beingefäße
  • Medikamentöse Therapie zur Durchblutungsverbesserung
  • Operationen bei diabetischem Fußsyndrom und chronischen Geschwüren mit Biochirurgie (Maden)

Im Rahmen unser Spezialsprechstunde beraten wir Sie Ihren Symptomen und prüfen die Notwendigkeit einer Operation, ggf. zu weiteren nichtoperativen Therapieverfahren.

Für die Vorstellung in der Fußsprechstunde bitten wir Sie folgende Unterlagen mitzubringen:

  • die Überweisung Ihres niedergelassenen Arztes
  • ihre Krankenversicherungskarte
  • ggf. vorhandene und aktuelle Röntgendiagnostik
  • Unterlagen zu Vor- und Nebenerkrankungen oder gefäßbezogenen Voroperationen