Kardiologie und Angiologie

Im Mittelpunkt unserer neugeschaffenen Sektion Kardiologie und Angiologie des Bundeswehrkrankenhauses stehen die Diagnostik und Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Erkrankungen des Herzens und der Gefäße nehmen in unserer alternden Bevölkerung immer mehr an Bedeutung zu und sind unverändert die häufigste Todesursache in westlichen Industrieländern. Neue Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie erlauben aber eine immer zielgerechtere und bessere Behandlung. Um unseren Patienten an diesem Fortschritt teilhaben zu lassen, haben wir im März 2015 eines der zurzeit modernsten Herzkatheterlabore in Betrieb genommen, das für den Patienten eine deutlich geringere Röntgenstrahlenexposition bei geringem Kontrastmittelbedarf ermöglicht ohne eine Reduktion der diagnostischen Aussage.

Im Zentrum einer jeden kardiologischen Diagnostik steht die Ultraschallbildgebung des Herzens (Echokardiographie). Mit unseren modernen Ultraschallgeräten verwenden wir fortschrittliche Modalitäten wie eine 3-dimensionale Darstellung der Herzstrukturen v.a. bei Untersuchungen über die Speiseröhre (transösophageale Echokardiographie) oder Deformierungsanalysen der Herzmuskels (Speckle tracking). Zur Diagnostik von belastungsabhängigen Durchblutungsstörungen des Herzmuskels führen wir auch Stressultraschalluntersuchungen oder Ergometrien durch.

Der Sektionsleiter Priv.-Doz. Dr. Spethmann ist DEGUM Stufe III - Kursleiter Echokardiographie und nach der internationalen Fachgesellschaften (European Association of Cardiovascular Imaging) zertifiziert.

Therapie

Durch unser Herzkatheterlabor mit integrierter intravaskulärer Bildgebung besteht die Möglichkeit sicher Veränderungen an den Herzkranzgefäßen einzuschätzen, darzustellen und effektiv aufzudehnen und mit Gefäßprothesen (Stents) dauerhaft zu behandeln.

Sollte der Verdacht auf eine hochgradige Klappenerkrankung bestehen wie z.B. eine Aortenstenose oder eine Mitralinsuffizienz, so wird nach Evaluation mittels Linksherzkatheter und transösophagealer Ultraschall die Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) bzw. die Implantation von Mitraclips in Kooperation mit der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie und Angiologie der Charité am Campus Mitte durchgeführt. Sollte eine Notwendigkeit zur herzchirurgischen Operation wie eine Bypass-Operation oder ein Klappenersatz bestehen haben wir eine Kooperation mit der Herzchirurgie der Charité, so dass die Patienten auch zeitnah ihre endgültigen Behandlung bekommen können.

Die optimale medikamentöse Therapie ist der entscheidende Baustein in der kardiologischen Therapie. Wir führen diese Therapie nach neuesten Gesichtspunkten der nationalen und europäischen Fachgesellschaften durch. Sollte es zu einer schweren Verschlechterung der Herzpumpleistung (schwere dekompensierte Herzerkrankungen) kommen, so werden unsere Patienten in Zusammenarbeit mit unserer Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin auf der Intensivstation stabilisiert und akut therapiert. Darüberhinaus sind wir Studienzentrum für die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Fontane-Studie des Zentrums für kardiovaskuläre Telemedizin der Charité bei der Patienten mit fortgeschrittener chronischer Herzschwäche telemedizinisch überwacht werden.

Symptomatische, langsame Herzrhythmusstörungen bedürfen häufig auch einer Herzschrittmacherimplantation. Wir führen diese Operationen bei uns im Hause durch und bieten den Patienten auch die Möglichkeit, zu den weiteren Schrittmacherkontrollen in unsere Ambulanz zu kommen. Bei der Abklärung von Synkopen ist häufig während eines stationären Aufenthalts keine sichere Ursache zu finden. Für diese Fälle besteht die Möglichkeit der Implantation eines sogenannten Eventrecorders, ein sehr kleines Gerät, das unter die Haut geschoben wird und auf diese Weise über einen langen Zeitraum Herzrhythmusstörungen aufzeichnen kann.

Nicht-invasive Funktionsdiagnostik

Untersuchungs- und Behandlungsmethoden

  • Ruhe-EKG, Belastungs-EKG und 24h- Langzeit- EKG
  • 24-h- Langzeitblutdruckmessung
  • Echokardiographie
    • 2D-, 3D-Echokardiographie
    • Doppler- und farbkodierte Duplexechokardiographie
    • Kontrastechokardiographie
  • 2D und 3D-Transösophageale Echokardiographie
  • pharmakologische und dynamische Stressechokardiographie sowie Kontrast-Stress-Echokardiographie
  • Bodyplethysmographie mit Bestimmung der Diffusionskapazität
  • Schellong- Test
  • MESAM- Diagnostik (zum Nachweis schlafbezogener Atmungsstörungen)

In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Radiologie führen wir auch eine Koronar-Computertomographie (CT) des Herzens und der Herzkranzgefäße, sowie in Kooperation mit der Nuklearmedizin eine Myokardszintigraphie auch.

Gefäßdiagnostik

  • Knöchel-Arm-Index-Bestimmung
  • farbkodierte Duplexsonographie und Dopplersonographie der Venen und Arterien
  • In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Radiologie führen wir Angiographien der peripheren Gefäße und Interventionen durch

Invasive Diagnostik und Therapie im Herzkatheterlabor

Linksherzkatheter mit

  • Koronarangiographie
  • Laevokardiographie
  • Aortographie
  • Hämodynamischen Untersuchungen und Vitienbeurteilung
  • Herzmuskelbiopsie
  • einschließlich intravaskulärer Bildung mit intravaskulärer Ultraschall (IVUS) sowie Funktionsmessungen mit FFR (intrakoronare Druckmessung vor und nach medikamentöser Provokation)

Rechtsherzkatheter mit

  • Druckmessungen im kleinen Kreislauf
  • Oxymetrie
  • Dextrokardiographie
  • Pulmonalisangiographie 

Moderne Verfahren der interventionellen Koronartherapie

  • PTCA (Aufdehnung von Engstellen), auch mit medikamentös beschichteten Ballons
  • Stent-Implantationen (v.a. sogenannte Drug-eluting Stents der neuesten Generation)

Implantationen und Aggregatwechsel von

  • HerzschrittmacherDefibrillatoren (ICD)
  • Loop-Recordern (zur Abklärung von Herzrhythmusstörungen)