Wirbelsäule

Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule und Bandscheibenvorfälle

Allgemeines

Allgemeines

Bandscheibenbedingte Erkrankungen sind weit verbreitet. Bei etwa 90 Prozent der Patienten mit Rückenschmerzen im Alter zwischen 30 und 60 werden die Schmerzen durch degenerative Veränderungen (Abnutzung) der Bandscheiben hervorgerufen. In über 60 Prozent der Fälle ist die Lendenwirbelsäule, in 35 Prozent die Halswirbelsäule und in 2 Prozent die Brustwirbelsäule betroffen. In Folge der Abnutzungserscheinungen können Schädigungen der Nervenwurzeln oder des Rückenmarkes eintreten, die Schmerzen, Gefühlsstörungen oder sogar Lähmungen hervorrufen.

Diagnostik

Diagnostik

Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule werden mit der Computertomographie (CT) und/oder der Magnetresonanztomographie (MRT) mit großer Sicherheit diagnostiziert. Nach einer neurologischen Untersuchung und der Beurteilung des CT-/ MRT-Ergebnisses besprechen wir ausführlich das weitere therapeutische Vorgehen mit Ihnen. Je nach Erkrankung kann eine der folgenden Operationen notwendig sein.

Therapie

Therapie

Mikrochirurgische Bandscheibenoperation

Die offene, unter dem Mikroskop (mikrochirurgisch) durchgeführte Operation von Bandscheibenvorfällen im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule ist als Standardverfahren fest etabliert. Während Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule nur über einen Zugang zwischen den Dornfortsätzen operativ entfernt werden, stehen an der Halswirbelsäule zwei Zugangswege zur Verfügung – entweder durch die Halsweichteile oder durch die Nackenregion. An die Operation schließt sich in der Regel ein stationärer Aufenthalt zwischen vier und acht Tagen an. Nur bei schwerwiegenden neurologischen Ausfällen ist eine stationäre Anschlussheilbehandlung erforderlich.

Mikrochirurgische Erweiterung des engen Rückenmarkkanals und Stabilisierung der Wirbelsäule

Zur Erweiterung des Rückenmarkkanals in der Lendenwirbelsäule werden die knöchernen Einengungen über den hinteren Zugang (zwischen den Dornfortsätzen) unter dem Operationsmikroskop abgetragen. Bei Einengungen im Halswirbelsäulenbereich wird eine Entlastung von vorn durchgeführt. Dabei entfernen wir eine entsprechende Zahl von Wirbelkörpern und implantieren entweder Knochen oder andere Platzhalter als entsprechenden Wirbelkörperersatz. Die Stabilisation von vorn erfolgt durch Schrauben und Platten, von hinten durch Schrauben und Stangen.

Implantation von künstlichen Bandscheiben

In Einzelfällen kann, abhängig vom Abnutzungsgrad, die Implantation einer Bandscheibenendoprothese (künstliche Bandscheibe) notwendig sein. Dabei wird im Gegensatz zur mikrochirurgischen Operation die Bandscheibe sowohl an der Lenden- als auch der Halswirbelsäule komplett von vorn entfernt. Anschließend wird die individuell angepasste Bandscheibenendoprothese implantiert. Diese ist sofort fixiert und einsatzbereit.

Nachbehandlung und Prognose

Nachbehandlung und Prognose

Abhängig vom gewählten Operationsverfahren kann die Nachbehandlung sehr unterschiedlich sein. Patienten mit einfachen Bandscheibenvorfällen, die mikrochirurgisch versorgt worden, verlassen nach etwa sieben Tagen unser Krankenhaus und können in der Regel nach vier Wochen wieder ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen. Ähnlich gelagert sind die Fälle in denen Bandscheibenprothesen implantiert worden sind. Nach größeren Stabilisierungsoperationen kann die Nachbehandlung bis zu sechs Monate andauern.

Entscheidend für den für einen guten bis sehr guten Heilungserfolg sind die korrekt gestellte OP-Notwendigkeit und die Auswahl des passenden Operationsverfahrens. Eine Wiedereingliederung in das Berufsleben ist bei entsprechender Motivation des Patienten fast immer möglich.