Prostatakrebs

Prostatakrebs - die bösartige Erkrankung der Prostata

Die bösartige Entartung der Prostata - auch Prostatakarzinom genannt - unterscheidet sich von der gutartigen Vergößerung der Prostata dadurch, daß ab einem bestimmten Wachstumsgrad eine Absiedlung (Metastasierung) dieses Karzinoms auftritt und somit zur Bedrohung für den intakten Körper wird.

Das Prostatakarzinom nimmt heutzutage in den Statistiken der Tumorregister bereits eine führende Position ein. Die Zahl der Neuerkrankungen (Inzidenz) pro Jahr steigt stetig und ist mit 48.000 Erkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung des Mannes, vor Lungen- und Darmkrebs. Bezüglich der Sterblichkeit liegt das Prostatakarzinom an dritter Stelle der Krebserkrankungen.

Was weiß man über die Entstehung?

Grundsätzlich sind die Ursachen für die Entstehung des Prostatakarzinoms noch unbekannt. Dennoch kennt man heute Faktoren, die möglicherweise bei der Entstehung des Prostatakarzinoms beteiligt sein könnten.

Diätische Ursachen

Das eine gute Ernährung und reichlich körperliche Bewegung der Gesundheit zuträglich sind, ist allseits bekannt. Immer häufiger stellt man allerdings auch fest, dass gewisse Inhaltsstoffe der Nahrung einen postiven oder negativen Effekt auf die Entstehung des Prostatakarzinoms haben können. Lignane und isoflavinoide Substanzen, die man in pflanzlichen Nahrungsmitteln findet, können möglicherweise die Entstehung eines Prostatakarzinoms verhindern (s. Vorbeugung). Wobei eine fettreiche, balaststoffarme Diät wahrscheinlich u.a.für die Tumorentstehung verantwortlich gemacht werden kann.

Genetische Ursachen

Studien belegen, dass eine genetische Komponente bei der Entstehung des Prostatakarzinoms mitverantworlich sein kann. So sind familiäre Häufungen beschrieben worden. Man geht davon aus, dass beispielsweise bei Brüdern von Patienten mit einem Prostatakarzinom ein viermal höheres Risiko besteht im Laufe des Lebens ebenso an einem Prostatakarzinom zu erkranken. Zudem liegt ein erhöhtes Risiko vor, wenn der Vater oder auch Männer mütterlicherseits an einem Prostatakrebs erkranken. Für genetische Ursachen spricht auch die Tatsache, dass bei Schwarzen im Vergleich zur unter denselben Bedingungen lebenden weißen Bevölkerungsgruppe der USA, eine deutlich höhere Inzidienz (Auftreten) von Prostatakarzinomen zu verzeichnen ist. Bei ca. 10% aller Prostatakarzinome geht man von einer erblichen Disposition aus, wobei diese Karzinome häufig deutlich früher in Erscheinung treten.

Ethnographische Ursachen

Untersuchungen haben gezeigt, dass Asiaten, die bekanntlicherweise eine nur sehr niedrige Inzidenz des Prostatakarzinoms aufweisen, bei Auswanderung in die USA deutlich häufiger an einem Prostatakarzinom erkranken als bekanntermaßen in Ihrem Ursprungsland. Neben einem veränderten Lebenstil und den damit verbundenen Ernährungsgewohnheiten können möglicherweise auch Umweltfaktoren involviert sein.

Weitere Faktoren vermutet man in einer vermehrten Kadmiumexposition bei Personengruppen wie z.B. Schweißern oder Landwirten.

Hingegen weiß man heutzutage, nachgewiesen durch drei große Studien, dass die Vasektomie (Durchtrennung der Samenleiter i.R.e. Sterilisationsoperation) keinen Effekt auf die Entstehung hat. Ebenso konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Prostatakarzinomentstehung und Nikotingenuss, Strahlenbelastungen, Viruserkrankungen (Herpesvirus Typ II) oder der gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) nicht nachwiesen werden.