Station

Die stationäre Versorgung erfolgt auf der allgemeinpsychiatrischen Station M0 im Gebäude 28/M. Kurze Wege zwischen der auf der gleichen Ebene eingerichteten Ambulanz und der Station führen zu einer Verzahnung, die eine bessere langfristige Versorgungsqualität durch Kontinuität der Behandlungsplanung ermöglicht. Ein Austausch zwischen dem ambulanten und dem stationären Behandlungsteam findet alltäglich statt.

Patientinnen und Patienten durchlaufen einen strukturierten Aufnahmeprozess, beginnend mit einem ärztlichen Aufnahmegespräch und einer Aufnahmeuntersuchung; ein detailliertes pflegerisches Aufnahmegespräch folgt. In einem Teamgespräch werden täglich die neu aufgenommen Patientinnen und Patienten vorgestellt; die notwendige Diagnostik und Behandlungsplanung wird unter Einbezug des gesamten Behandlungsteams festgelegt. Abschließend findet am ersten Tag des Aufenthalts ein oberärztliches Gespräch statt.

Die Einbindung in das Allgemeinkrankenhaus bietet die Möglichkeit, somatische Diagnostik innerhalb kurzer Wartezeiten zu realisieren. So sind nahezu alle bildgebenden Verfahren, wie Sonographie, Doppleruntersuchungen, CCT, MRT und SPECT/PET direkt im Krankenhaus verfügbar. Nahezu alle Fachrichtungen stehen im Konsildienst zur Verfügung. Somatische Diagnostik wird insofern als hilfreiche Ergänzung zur psychiatrisch-psychologischen Diagnostik eingesetzt. Bei Komplikationen sind Verlegungen in andere Fachbereiche schnell umsetzbar, eine interdisziplinäre Intensivstation und eine Intermediate Care Station stehen zur intensivmedizinischen Versorgung bereit.

Schwerpunkt der Station ist die psychotherapeutische Behandlung; diese kann im Bedarfsfall durch ein medikamentöses Therapieregime ergänzt werden. Eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Komplikationen, sowie eine umfassende Aufklärung der Patientinnen und Patienten sind selbstverständlich Standard in der Behandlung.

Im Stationszimmer findet die Dokumentation statt; Termine mit anderen Fachrichtungen werden koordiniert. Individuelle Behandlungspläne werden für die Patientinnen und Patienten zusammengestellt und im weiteren Verlauf den Bedürfnissen angepasst. Das Pflegeteam arbeitet dabei „Hand-in-Hand“ mit dem ärztlichen Personal zusammen, die Therapieprozesse werden fortlaufend diskutiert und ggf. ergänzt. Ein überwältigender Teil des Pflegeteams hat berufsbegleitend die Fachweiterbildung für Psychiatrie und Psychotherapie absolviert. Dadurch ist ein enger Einbezug des Pflegepersonals auch in die Psychotherapie der Patientinnen und Patienten Standard.

Sorgfältige Dokumentation gehört zum Arbeitsalltag und dient der Patientensicherheit. Verfahrensanweisungen regeln die Prozessabläufe einheitlich. Das Team hat im Zuge der inzwischen vielfältigen Zertifizierungsmaßnahmen des Bundeswehrkrankenhauses Berlin Qualitätsmanagement-Regularien verinnerlicht.

Zur Patientensicherheit trägt die unmittelbare patientennahe Zusammenstellung der Medikation mittels eines Medikamentenwagens bei. Die Patientinnen und Patienten gewinnen so noch mehr Vertrauen in die vorgesehene Medikation. Dem Personal dient dieser Mehraufwand in mehrfacher Hinsicht: Der Kontakt zum Patienten ermöglicht ggf. Korrekturen, bevor Patienten die Medikation einnehmen. Fehler werden so zuverlässig ausgeschlossen, Prozesse mehrfach überprüft und abgesichert.

Patientensicherheit wird im Zentrum für Psychiatrie und Psychotraumatologie „groß geschrieben“,  ganz im Rahmen unseres Leitbildes „Ihre Gesundheit ist unser Ziel“.

Die Forschungsbemühungen im Psychotraumazentrum zielen unmittelbar auf eine stetige Verbesserung und Weiterentwicklung der Versorgungs- und Therapiemöglichkeiten der Patientinnen und Patienten. Als ein Leuchtturmprojekt wurde ein spezielles Therapieprogramm für Soldatinnen und Soldaten mit einsatzbedingten psychischen Störungen initiiert, was unmittelbar aus einem  inzwischen prämierten Forschungsprojekt weiterentwickelt worden ist.

Auch die Akupunktur wurde initial im Rahmen eines Forschungsprojektes zur Schlafförderung untersucht. Die sehr positiven Ergebnisse führten dazu, dass Akupunktur inzwischen fester Bestandteil unseres Therapieprogrammes ist.

In ähnlicher Weise wurden sämtliche Gruppentherapieprogramme evaluiert, wissenschaftlich ausgewertet und publiziert.

Die Verzahnung zwischen Behandlung und Forschung in einem Zentrum dient der Versorgung unserer Soldatinnen und Soldaten und ist eine in der Bundeswehr einmalige Einrichtung. Eine stetig hohe Versorgungsqualität und Patientenzufriedenheit stehen im Mittelpunkt.

Die psychotherapeutische Wichtung ist schulenübergreifend. Verhaltenstherapeutische Behandlungsmodule werden ebenso berücksichtigt wie psychodynamisch orientierte Behandlungskonzepte. Seit vielen Jahren hat sich aus Sicht des Zentrums eine undogmatische, patientenorientierte Haltung bewährt.