Harnsteinerkrankungen

Allgemeines

Allgemeines

Die Häufigkeit des Harnsteinleidens (Urolithiasis) liegt bei ca. zwei bis vier Prozent und zählt somit zu den häufigen Erkrankungen der Bevölkerung. Grundsätzlich teilt man Harnsteine nach ihrer Lokalisation (Niere, Harnleiter, Blase) ein und unterscheidet zudem verschiedene chemische Zusammensetzungen der Steine.

Ursachen

Ursachen

Die Bildung von Harnsteinen wird durch viele Faktoren begünstigt. Hierzu zählen neben zu geringen Urinvolumen auch ernährungsbedingte Faktoren, wie zum Beispiel eine zu eiweißreiche Ernährung. Aber auch Störungen des Darmes, der Nebenschilddrüsen, der Nieren selbst oder Harnabflussstörungen können die Steinbildungen zur Folge haben.

Symptome

Symptome

Ein in der Niere ruhender Stein macht normalerweise keine Beschwerden. Erst ab einer bestimmten Größe oder wenn es zu einer Harnabflussstörung aufgrund einer Einklemmung des Steines im Harnleiter kommt, kann dies zu einer Beschwerdesymptomatik führen. Diese äußert sich meist durch einen typischen, kolikartigen Schmerz im Bereich der Flanke, des Unterbauches oder ziehenden Schmerzen bis in die Genitalregion. Neben nur leichten Schmerzen kann die Symptomatik aber auch mit einer heftigen Schmerzsymptomatik, Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Sollte es neben der Harnabflussstörung durch den eingeklemmten Stein zu einer Harnwegsinfektion kommen, muss unbedingt eine Harnableitung erfolgen.

Therapie

Je nach Größe und Lokalisation des Steines, der Symptomatik und Folgen des Harnstaus, gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Bei sehr kleinen, abgangsfähigen Steinen, steht zunächst die medikamentöse Behandlung der Kolik und die Gabe von Medikamenten, die den Steinabgang begünstigen im Vordergrund. Falls eine Kolik mit Medikamenten nicht gut zu behandeln ist, die Nieren-Blutwerte zu hoch und Infektionszeichen erkennbar sind oder ein Stein einfach zu groß ist, um ihn sofort zu therapieren, wird die Einlage einer Harnleiterschiene erforderlich. Hierbei handelt es sich um einen sehr dünnen Schlauch, der mittels Blasenspiegelung in den Harnleiter eingebracht wird und somit den Urinabfluss, am Stein vorbei, sichert. Sollte ein Harnleiterstein nicht abgangsfähig sein, oder handelt es sich um andere Steine, zum Beispiel Nierensteine oder Blasensteine, bieten wir mehrere Möglichkeiten an, diese zu entfernen:

ESWL (Extrakroporale Stoßwellenlitotrypsie)

ESWL (Extrakroporale Stoßwellenlitotrypsie)

Der Stein wird mittels Stoßschallwellen nach millimetergenauer Ortung durch Ultraschall und/oder Röntgendurchleuchtung in kleinste Steinteilchen zertrümmert. Die Zuführung der Stoßwellen, die ganz gezielt und gebündelt auf den Stein treffen, werden von außen über die Haut zugeführt. Somit erübrigt sich ein Hautschnitt oder das Einbringen eines Gerätes zur Steintherapie über die Haut. Bei diesem Verfahren ist keine Vollnarkose erforderlich. In der Regel wird nur ein Schmerzmittel über die Vene verabreicht. Bei mehreren oder sehr großen Steinen können jedoch mehrere Behandlungen notwendig sein.

Unsere Klinik verfügt über eines der modernsten derzeit auf dem Markt erhältlichen ESWL-Geräte, durch die eine sehr gute Steinfreiheitsrate erzielt werden kann.

Perkutane Nephrolitolapaxie (PNL)

Perkutane Nephrolitolapaxie (PNL)

Hierbei wird in Vollnarkose ein Nieren- oder Nierenbeckenstein mit einem endoskopischen Gerät, das über die Haut in die Niere eingebracht wird behandelt. Unter Sicht kann der Stein zertrümmert und die Bruchstücke oder auch kleine Steine direkt entfernt werden.

Ureterrenoskopische Steinentfernung (URS)

Ureterrenoskopische Steinentfernung (URS)

Bei diesem Verfahren wird in Vollnarkose ein sehr dünnes endoskopisches Gerät über die Harnröhre über die Blase in den Harnleiter zum Harnleiterstein direkt eingeführt. Dieser kann dann unter Sicht mit einem kleinen Drahtkörbchen eingefangen und entfernt werden oder – wenn dies nicht möglich ist – unter Sicht mittels Laser oder elektrohydraulisch zertrümmert werden.

Blasensteinzertrümmerung

Blasensteinzertrümmerung

Hat sich beispielsweise durch eine Harnabflussstörung bei einer Prostatavergrößerung ein Harnstein in der Blase gebildet, so kann dieser durch ein endoskopisches Verfahren in der Blase mechanisch oder elektrohydraulisch zertrümmert werden. Die zerkleinerten Steinteile werden dann aus der Blase ausgespült.