Reisemedizinische Beratung

Die Gesundheitsvorsorge ist das A und O für eine Fernreise mit Genuss und ohne Reue. Wir, ein Team tropen- und reisemedizinisch erfahrener Ärzte, bieten Ihnen eine individuelle und ausführliche reisemedizinische Beratung zu allen gesundheitlichen Fragen im Rahmen Ihrer Reisevorbereitung.

 Sowohl Kurz- und Last-Minute-Reisen, als auch längerfristige oder berufsbedingte Auslandsaufenthalte erfordern Reisevorbereitungen, bei denen eben auch die Gesundheitsvorsorge und das Wissen um regionale Gesundheitsrisiken, wie besondere klimatische Belastungen oder Infektionskrankheiten, nicht fehlen dürfen. Die grundsätzliche Empfehlung erfahrener Reisemediziner lautet daher: Keine Fernreise ohne reisemedizinische Beratung! Einige wichtige Fragen haben wir hier für Sie zusammengestellt:

Mückenschutz - sinnvoll oder nicht?

Die lästigen Quälgeister finden sich weltweit überall wo es warm ist. Neben den oft stark juckenden Stichreaktionen sind nach Mückestichen auch nicht selten bakterielle Hautinfektionen, sog. Wundrosen (Erysipele) zu beobachten, die dann sogar einer antibiotischen Behandlung bedürfen können. Von besonderer Bedeutung sind aber die teilweise lebensgefährlichen Erkrankungen, die durch Stechmücken übertragen werden können wie Malaria, Dengue-, Westnil- oder Gelbfieber, Japanische Enzephalitis und Leishmaniasis. Schutzimpfungen gibt es gegenwärtig nur gegen Gelbfieber und Japanische Enzephalitis. Umso wichtiger ist es, Mückenstiche ganz zu vermeiden. Tipps für einen guten Mückeschutz sind: Tragen von heller, körperbedeckender Kleidung, Auftragen von Insektenschutzmitteln (Präparate, die den Wirkstoff DEET enthalten, haben sich am breitesten bewährt und bieten etwa drei bis vier Stunden Schutz) und die Verwendung von kleinlöchrigen, nach Möglichkeit mit Permethrin imprägnierten Moskitonetzen.

Muss ich die Sonne im Urlaub meiden?

Nein, natürlich nicht. Aber je weiter Sie nach Süden reisen, desto intensiver ist die Sonnenstrahlung und birgt daher die Gefahr für Sonnenbrand, Hitzeschäden und für Spätfolgen. Einige Tipps für den Aufenthalt in der Sonne sollten Sie daher beherzigen: Tragen sie eine lockere Kopfbedeckung und helle luftige Kleidung. Benutzen Sie ein Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor (LSF > 25) einschließlich UVA-Schutz. Tragen Sie den Sonneschutz nach Möglichkeit 20 Minuten vor Beginn des Sonnenbades auf und dann mehrmals täglich. Meiden Sie die intensive Mittagssonne und gewöhnen Sie die Haut langsam an die intensive Sonneneinstrahlung. Medikamente, Parfüms, Deodorants und Kosmetika können in Verbindung mit Sonne zu Hautreaktionen führen - lassen Sie sich diesbezüglich von einem Arzt beraten.

Wie hoch ist das Risiko einer Durchfallerkrankung?

Durchfall ist mit Abstand das häufigste Gesundheitsproblem bei Urlaubsreisen. Die normale Reisediarrhoe ist in der Regel eine harmlose, meist nur wenige Tage dauernde selbstlimitierende Gesundheitsstörung. Ihr Risiko wird in den Mittelmeerländern mit 8 bis 20 Prozent pro 14 Tage Aufenthalt angegeben. Deutlich höher ist das Risiko (20 bis 90 Prozent) bei Reisen in Entwicklungs- und Schwellenländer. Dies betrifft nahezu alle mittel- und südamerikanischen Länder, ganz Afrika, den indischen Subkontinent und weite Teile Asiens und Südostasiens. Auslöser sind meistens Bakterien und deren Toxine, die mit der Nahrung oder Getränken in den Körper gelangen. Meist sind es Kolibakterien; bei länger anhaltenden Durchfällen können aber auch wesentlich gefährlichere Ruhrbakterien, Parasiten oder Viren als Ursache in Frage kommen.

Wie kann ich Durchfallerkrankungen vorbeugen?

Viele Magen-Darm-Erkrankungen lassen sich vermeiden, wenn Sie beim Umgang mit Nahrung und Getränken sorgfältig auf Hygiene achten. Vermeiden Sie rohe und halbgare Speisen, es sei denn, es ist Obst oder Gemüse, das Sie selbst geschält haben.

Was mache ich bei akuten Durchfallbeschwerden?

Trinken Sie viel. Bewährt hat sich eine sogenannte orale Rehydratationslösung (ORS). Fertigpräparate, die in Wasser eingerührt werden, gibt es in der Apotheke. Damit geben sie dem Körper nicht nur Flüssigkeit, sondern auch die verlorenen Mineralstoffe zurück. Der normale wässrige Reisedurchfall beruhigt sich dann meist innerhalb von zwei bis vier Tagen von selbst. Medikamente, die die Darmtätigkeit ruhig stellen (z.B. mit dem Wirkstoff Loperamid) sollten nur im Notfall (etwa bei Ausflügen und Rundreisen in der Gruppe) und dann auch nur kurzfristig eingenommen werden.

Bei blutigen oder eitrigen Durchfällen und bei Durchfall mit Fieber sollten Sie sich sofort an einen Arzt wenden und niemals zur Selbsttherapie greifen.

Wogegen soll ich mich impfen lassen?

Impfungen gehören zu den effektivsten Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge – auch bei Reisen. Viele Krankenkassen übernehmen daher inzwischen auch die Kosten für Reiseimpfungen. Idealerweise sollte der Impfschutz etwa 6 Wochen vor Reiseantritt von einem reisemedizinisch qualifizierten Arzt überprüft werden. In einem ausführlichen Beratungsgespräch wird dieser dann je nach Reiseziel, Reisezeitraum und Reiseart mit Ihnen ein entsprechendes Risikoprofil der Reise erstellen und gegebenenfalls fehlende Impfungen vornehmen.

Sind kurzfristige Impfungen ratsam?

Auch kurzfristig sind noch viele Impfungen möglich. So ist die Auffrischimpfung gegen Wundstarrkrampf (Tetanus), Diphtherie und Keuchhusten (Pertussis) kurzfristig möglich und oftmals auch notwendig. Aber auch Impfungen, die einen grundlegenden Schutz erst einmal aufbauen müssen - beispielsweise gegen Hepatitis A, Typhus, Meningokokken und Grippe - können noch unmittelbar vor einer Abreise erfolgen. Reisemediziner raten deshalb „Besser Last Minute impfen, als auf die Schutzwirkung gänzlich verzichten!“

Problematisch kann es bei einer kurzfristigen Reise in bestimmte Regionen Afrikas und Südamerikas werden. Manche Länder fordern unter bestimmten Umständen den Nachweis einer Gelbfieberimpfung, die mindestens zehn Tage vor Einreise erfolgt sein muss. Die Gelbfieberimpfung darf nur in autorisierten Gelbfieberimpfstellen gegeben werden. Eine solche Gelbfieberimpfstelle betreiben wir in unserer dermatologischen Ambulanz.

Wann und wie lange vor und nach der Reise ist eine Malaria-Prophylaxe notwendig?

Die Empfehlung für eine Malariaprophylaxe fällt je nach Reiseland, Reisezeitraum und Reiseart sehr unterschiedlich aus. Wer beispielweise eine Rundreise unternimmt; benötigt andere Empfehlungen als ein Tourist, der sich ausschließlich in einer Hotelanlage aufhält. Bei Reisen in Länder, wo eine Malaria allerdings ganzjährig übertragen wird, wie in weiten Teilen Afrikas, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG), entsprechend den ständig aktualisierten Verbreitungskarten der WHO, die Einnahme einer medikamentösen Malariaprophylaxe. Diese muss je nach Präparat schon einige Tage vorher sowie je nach Präparat bis 4 Wochen nach Verlassen des Malariagebietes fortgeführt werden. Die Indikation sowie die Präparateauswahl, die auch häufig unter Berücksichtigung bestehender Vorerkrankungen und Begleitmedikationen ganz unterschiedlich ausfallen kann, gehört in die Hand erfahrener Reise- und Tropenmediziner und sollte in einem ausführlichen ärztlichen Gespräch festgelegt werden.

Empfehlen Sie eine Auslandskrankenversicherung?

Trotz aller Sorgalt können sich auch während einer Reise Notfälle – Unfall oder plötzliche Erkankung – ereignen. Wer ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz reist, kann bittere Erfahrungen machen und plötzlich vor ungeahnten Kosten stehen. Beim Abschluss einer Auslandskrankenversicherung sollte darauf geachtet werden, dass diese auch einen aus medizinischer Sicht sinnvollen Rücktransport im Notfall einschließt.

Wie verhalte ich mich, wenn es mir im Ausland plötzlich schlecht geht?

Sie sollten rasch Verbindung mit der Deutschen Auslandsvertretung (Botschaft oder Konsulat) aufnehmen, worüber entsprechende Empfehlungen und Kontaktadressen von kooperierenden Ärzten und Krankenhauseinrichtungen in den jeweiligen Ländern erhältlich sind. Parallel kann häufig das Hotelpersonal wertvolle Informationen geben und Kontakte zur örtlichen Krankeneinrichtungen herstellen. Dank des Internets lassen sich in der Regel schnell „internationale Krankenhäuser“, meist private Krankenhäuser, häufig mit englisch sprechendem Personal, ausfindig machen. Diese Krankenhäuser erfüllen in der Regel vergleichbare Standards, wie man sie von Deutschland kennt.

Was sollte ich nach der Rückkehr beachten?

Generell muss bei jedem Reiserückkehrer mit einer fieberhaften Erkrankung aus einem Malaria-Endemiegebiet eine Malaria ausgeschlossen werden, da bestimmte Malariaparasiten (Falciparum-Malaria) unbehandelt sogar zum Tode führen können. Inkubationszeiten können dabei erheblich variieren. Sowohl die Diagnostik, die nicht immer einfach ist, als auch die Therapie sollten deshalb dafür spezialisierten Einrichtungen vorbehalten bleiben.

Manchmal treten Beschwerden, wie beispielweise bei Wurmerkrankungen, auch erst Monate oder gar Jahre nach einem Auslandaufenthalt auf, und ein Zusammenhang mit der früheren Reise ist nicht mehr so offensichtlich. Vergessen Die deshalb nicht Ihrem Arzt ausdrücklich über ihre Reisen und Auslandsaufenthalte der letzten Jahre zu berichten.