GANZ SICHER KEIN „HOCUS POCUS“

Point-of-Care-Ultraschall (POCUS) nun auch im Bundeswehr-Rettungsdienst in Berlin! Seit sich die Bildqualität der Geräte von einem Pixelrauschen hin zu hochauflösenden Bildern gewandelt hat, ist der Ultraschall als nichtinvasives, kostengünstiges und hilfreiches Diagnostikum aus keinem Teilbereich der Klinik X (Anästhesie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin) mehr wegzudenken.

Ultraschall für die Präklinik

Um allerdings auch im Rettungsdienst taugliche Bildergebnisse zu erzeugen, mussten die Geräte erst kleiner, robuster und leicht bedienbar werden. Hier hat sich in den letzten 10 Jahren sehr viel getan, was innerhalb der gesamten Bundeswehr zur Anschaffung entsprechend moderner Geräte führte und so können nun auch die Berliner Patienten unseres Notarzteinsatzfahrzeuges Bw-1705 von diesen Entwicklungen profitieren. Allerdings gilt wie schon für die Klinik, dass jede durchgeführte Maßnahme eine klare Indikation und eine Konsequenz haben muss. In der Präklinik ist das umso wichtiger, denn die Versorgung und der Transport des Patienten dürfen sich nicht unnötig verzögern.

Einsatz im präklinischen Setting

Wird allerdings ein Patient im Schock behandelt und die Anamnese, Untersuchung und Umstände geben keinen Hinweis auf die Ursache, wodurch die gezielte Therapie schwierig bis unmöglich wird, kann die Anwendung des RUSH-Protokolls (Rapid Ultrasound in Shock) durchaus zielführend sein. Ein weiteres Anwendungsbeispiel könnte die Wiederbelebung eines Patienten ohne Möglichkeit zur Fremdanamnese sein. Hierbei kann der Ultraschall helfen, schnell reversible Ursachen eines Herz-Kreislaufstillstandes zu finden und gegebenenfalls, auch mit Hilfe der Sonographie, z.B. bei einer notwendigen Herzbeutelpunktion, zu behandeln.

Ausbildung und Schulung

Um gute Ultraschall-Untersuchungsergebnisse zu erhalten und einen Nutzen aus der neuen Untersuchungsmöglichkeit zu ziehen, ist die Schulung aller Anwender nötig. Deshalb werden unsere Notärztinnen und Notärzte, aber auch unser nichtärztliches Personal im Rahmen von In- und Außerhauskursen regelmäßig ausgebildet und in Übung gehalten. Des Weiteren haben das Qualitätsmanagement-Team der Rettungsmedizin und unsere Ausbildungsoberärztin Oberfeldarzt Katharina Siegl eine Taschenkarte entwickelt, welche die in den Kursen vermittelten Konzepte übersichtlich zusammenfasst und auf der Anfahrt zur Einsatzstelle beim Nachschlagen einen schnellen Überblick verschafft.

Train as you fight

Neben unserem Notarzteinsatzfahrzeug finden sich die Ultraschallgeräte auch auf dem Intensivtransportwagen und in der Zentralen interdisziplinären Notaufnahme unseres Hauses, damit die angehenden Anwenderinnen und Anwender die notwendige Routine für den sicheren Umgang mit dem neuen Ultraschallgerät entwickeln können. Da sich diese Geräte auch im Auslandseinsatz und den luftgebundenen Verwundetentransportmitteln befinden, wird auch dem Ausbildungsauftrag der Bundeswehrkrankenhäuser für diese Tätigkeiten nachgekommen.

Point-of-Care-Ultraschall nun auch im Bundeswehr-Rettungsdienst