Workshop Amputationen

Am 24. Februar 2016 wurde die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Dermatologie, Gefäßchirurgie und Unfallchirurgie im Wundzentrum am Bundeswehrkrankenhaus Berlin in einem gemeinsamen Workshop demonstriert.

Die Thematik Amputation und ihre Folgen wurde aus verschiedenen Blickrichtungen beleuchtet. In dem gut besuchten Workshop eröffnete Oberfeldarzt Dr. Kristina Mugrauer die Veranstaltung. Ca. 60.000 Patienten pro Jahr in Deutschland erleiden eine Amputation, ca. 40.000 sind dabei Folge eines Diabetes mellitus. Da es sich bei etwa der Hälfte um Majoramputationen (Amputationen oberhalb des Sprunggelenkes) handelt, ging Oberfeldarzt Dr. Malte Hegenscheid, Sektionsleiter Gefäßchirurgie, in seinem Vortrag auf die Vor- und Nachteile der Major- und Minoramputationen bei Diabetes mellitus ein. Hegenscheid betreibt am Bundeswehrkrankenhaus Berlin eine „Stationäre Fußbehandlungseinrichung“, die 2015 wiederholt nach den Richtlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft zertifiziert wurde.

Oberstabsarzt Dr. Dennis Vogt, Oberarzt in der Klinik für Spezielle Unfallchirurgie, Septisch Rekonstruktive Chirurgie und Orthopädie, zeigte Möglichkeiten in der prothetischen Versorgung bei Amputation nach Trauma früher und heute auf. Anhand von Fallbeispielen stellte er die Versorgung von Patienten aus Krisenregionen wie der Ukraine und Syrien vor.

G. Kretschmer, Orthopädietechnik Meister im pro – samed Sanitätshaus, erläuterte die Schwierigkeiten bei der Anpassung der Prothese in Bezug auf die verschiedenen Amputationshöhen.

Im Abschlussvortrag stellte Mugrauer, die als Oberärztin im Wundzentrum sowie in der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie arbeitet, Hauterkrankungen an Stümpfen vor. Diese können durch das Tragen der Prothesen entstehen oder sind veranlagungsbedingt. Deren suffiziente, schnelle Therapie ist für Rehabilitation und Wiedereingliederung der Patienten in das gesellschaftliche Leben besonders wichtig, da die Prothesen nur bei gesunder Haut getragen werden können.