Wundzentrum des BwKrhs Berlin wiederholt ausgezeichnet

Qualitätssiegel: Das Wundzentrum des Bundeswehrkrankenhauses (BwKrhs) Berlin wurde erneut nach den Vorgaben der Initiative chronische Wunde e.V. (ICW) fächerübergreifend zertifiziert – bundesweit gibt es das bisher nur viermal!

Seit September 2014 trägt das BwKrhs Berlin als stationäre Fußbehandlungseinrichtung der Deutschen Diabetesgesellschaft auch das Zertifikat „Wundzentrum Dermatologie, Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie“. „Dieses Zertifikat ist immer nur auf drei Jahre befristet und muss dann neu erworben werben“, erklärt Oberstabsarzt (OSA) Dr. Tina Uhlmann. „Durch die stete Qualitätskontrolle stellen wir den hohen Behandlungsstandard sicher“. Einen ganzen Tag lang sind externe Prüfer der ICW vor Ort. Sie prüfen nicht nur die Patientendokumentation, sie begehen auch die speziellen Wundräume und beobachten die Arbeit des Expertenteams vor Ort. Denn auch die praktische Umsetzung muss stimmen.

Allein in Deutschland leiden drei bis vier Millionen Menschen an einer chronischen Wunde. „Wundbehandlung ist Detektivarbeit, man muss herausfinden, warum eine Wunde nicht heilt“, so OSA Dr. Miriam Vosloo. Ursachen können sehr unterschiedlich sein: Zu den häufigsten Ursachen zählen chronisch venöse Insuffizienz, periphere arterielle Verschlusskrankheit, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder chronischer Druck. Seltener sind sie durch Verletzungen, Autoimmunerkrankungen, Infektionen oder Hauttumore bedingt. Daher ist hier Teamarbeit gefragt. Dazu arbeiten Hautklinik, Gefäßchirurgie und Orthopädie/Unfallchirurgie täglich mit den verschiedenen Abteilungen des Hauses Hand in Hand.

Laut Initiative Chronische Wunde (ICW) e.V. werden etwa 80% der Patienten mit chronischen Wunden nicht richtig versorgt und haben oftmals schon einen Leidensweg von vielen Jahren hinter sich. „Wir behandeln den ganzen Menschen, nicht nur die Wunde“, sagt Pflegetherapeutin Brigitte Matheis. „Wir erstellen einen auf den Patienten zugeschnittenen Pflegeplan, schulen und beraten ihn und seine Angehörigen und kümmern uns darum, dass die Weiterversorgung sichergestellt ist.“

Als in der Abschlussbeurteilung von den Auditoren das Engagement und die hohe Qualität der Wundversorgung gelobt werden, freuen sich auch Oberstarzt Dr. Hartmann und Oberstarzt Prof. Dr. Willy, die medizinischen Direktoren der beiden Abteilungen, unter deren Leitung sich das Wundzentrum etabliert hat. „Wir sind sehr stolz, den Anforderungen weiterhin gerecht zu werden. Eine umfassende Versorgung aller Patienten mit chronischen Wunden, so auch die der Patienten mit diabetischem Fußsyndrom, ist Schwerpunkt unseres täglichen Arbeitens.“